Ortswappen Holtershausen
Höhe: 228m ü. NN
Einwohner: 63 (2015)
Postleitzahl: 37574
Vorwahl: 05561

Holtershausen

Holtershausen ist neben Hallensen die kleinste Ortschaft der Stadt Einbeck im Landkreis Northeim, besitzt die kleinste Feldmark und zählt heute nur etwa 70 Einwohner in 16 Wohnhäusern. Der Ortsname leitet sich vom Erstbeleg Haholdeshusen ab.

Geographische Lage

Holtershausen liegt − zwischen Hannover und Göttingen − im Leinebergland zwischen den Höhenzügen Selter im Norden, Hube im Süden und Hils im Westen und hat Verbindung zu den Bundesstraßen B 3 und B 64. Das kleine Dorf befindet sich in einem kleinen Tal am Hang (Lietberg) des Höhenzuges Hube.

Geschichte

Bereits im 8. Jahrhundert soll hier ein sächsischer Edelhof Haholdeshusen bestanden haben, welcher früher fälschlicherweise für den Ursprung von Bad Arolsen gehalten wurde. Am 29. Juni 1148 taucht Haholdeshusen in einer Urkunde des Gandersheimer Stifts erneut auf, als Graf Hermann II. von Winzenburg 14 Hufen Land u.a. in Haholdeshusen und Brunessen (Brunsen) gegen die Burg Schildberg bei Seesen tauscht. Als Zeugen werden in dieser Urkunde ein Hahold de Ruden und Hahold de Burnham aufgeführt. Das Dorf wird somit früher eine Gründung oder im Besitz der Haholde gewesen sein (Behausung eines Hahold). Oberhalb von Holtershausen in dem Flurstück "In der Mönchelieth" befand sich einst ein Wirtschaftshof (Grangie) des Zisterzienser-Klosters Amelungsborn, welcher als der sog. Abtshof bekannt war. Der Ursprung dieses Abtshofes wird in dem Dorf bzw. der Wüstung Ratgodessen zu suchen sein, welches 1301 vollständig in den Besitz des Klosters kam. Im Jahr 1385 erwarben Mönche des Augustiner-Klosters zu Einbeck zwei Hufe Land bei dem Sattelhof und Steinwerk in Holtershausen, von welchem heute nur noch Reste existieren. Am 24.August 1421 erhielten die Augustiner-Mönche von Hans von Minnigerode auch noch den Abtshof oberhalb von Holtershausen zu Lehen und bekamen ihn 1436 von ihm geschenkt. Das Dorf Holtershausen wurde nachweislich in den folgenden Jahrzehnten Stück für Stück an das Einbecker Augustiner-Kloster verkauft und kam schließlich 1508 ebenfalls ganz in dessen Besitz. Flurnamen wie Mönchelieth, Mönchsbreite und Möncheholz zeugen noch heute von dieser Vergangenheit. Die Entwicklung des Ortsnamens lässt sich von Haholdeshusen, Holdeshusen, Holdershusen bis Holtershausen (Schreibweise ab Anfang 18. Jahrhundert) urkundlich gut belegen. Holtershausen war die zweitkleinste selbständige Gemeinde im Herzogtum Braunschweig. Bis 1974 behielt Holtershausen im Landkreis Gandersheim diese Selbständigkeit; erst nach der Gebietsreform wurde der Ort in die Stadt Einbeck eingemeindet und gehörte nun auch zum Landkreis Northeim.

Wappen

Blasonierung: Im geteilten Schild oben in Blau drei silberne Mönche nebeneinander, unten in Gold ein fast bis zur Schildmitte hochgezogener blauer Dreiberg, belegt mit einem aus Feldsteinen gemauerten silbernen Ziehbrunnen einschließlich Eimer, der aus dem Schildfuß wächst. Das Wappen, welches im Jahr 2000 eingeführt wurde, weist auf den ehemaligen Einfluss der Augustiner-Mönche hin, deren Wirken sich in Holtershausen von 1385 bis 1537 belegen lässt. Der Berg, hier aus grafischen Gründen als Dreiberg ausgebildet, ist das gemeinsame Zeichen der Dörfer „Auf dem Berge”. Die Tingierung wurde gewählt, um damit auf die ehemalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Braunschweig hinzuweisen. Der Ziehbrunnen erinnert an einen 1991 bei Kanalbauarbeiten wiederentdeckten mittelalterlichen Brunnen mitten in der Dorfstraße, den man in völlig intaktem Zustand vorfand.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Vereinsleben - Von etwa 1850 bis 2004 gab es eine Gastwirtschaft in Holtershausen. Die Freiwillige Feuerwehr, die 1955 gegründet wurde, und der „Kultur- und Heimatverein Holtershausen e.V.“ sind heute Hauptkulturträger im Dorf. Für die verschiedensten Veranstaltungen im Ort wird das Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte genutzt.
  • Mönchelieth - Oberhalb von Holtershausen befindet sich auf dem Lietberg (bis 287,7 m) die sogenannte Mönchelieth. Hier erinnert eine Schautafel an die Geschichte des Dorfes und die Bedeutung der Mönchelieth (siehe Abschnitt Geschichte) in früherer Zeit. Der Platz wird regelmäßig für Gottesdienste genutzt. Vom Lietberg hat man einen schönen Überblick über die Umgebung.
  • Sage - Holtershausen verbindet eine Sage mit der Kreisstadt Hameln im Weserbergland. In dem 1854 erschienenen Buch Niedersächsische Sagen und Märchen von Georg Schambach und Wilhelm Konrad Hermann Müller wird über einen Bauern aus Holtershausen berichtet, den ein Traum auf die Hamelner Brücke führt und so zu einem Schatz verhilft.